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"... steigt einige Stufen hinab... und öffnet die Tür zum Garten Eden.
D. H., zum Atelier von Sabine Hoppe. In der Werkstatt der Bildhauerin
empfängt uns die kreative Fülle der Schöpfung. Dicht an dicht stehen,
liegen, hocken Gestalten in praller Lebenskraft. Alles ist vom Staub
der Schöpfung überzogen, säckeweise steht auch das Material bereit, aus
dem Mensch und Tier erschaffen werden...Ton hat keinerlei Schönheit
oder Ausdruck, aber er passt sich jedem Formversuch an und eignet sich
hervorragend zum Modellieren....Es ist schöpferisch, weil es aus dem
Nichts, dem völlig Amorphen etwas schafft. Das ist Sabine Hoppes
Stärke. Ihr bildnerisches Gedächtnis läßt Figuren erfinden, die aus dem
Leben kommen...Der eingehauchte Atem wird modelliert, taucht auf in
Haltung, in ihrem Ausdruck, in ihrem Mitteilungsbedürfnis. Lebendig
stehen sie vor uns, fixiert in einer Gemütsregung, einer
Bewegungsphase, dynamisch, vielleicht in einer Körperdrehung, mit
hochgerecktem Leib, hockend, wippend, im Dialog mit dem Partner oder in
Gedanken vertieft, immer gegenwärtiges Leben, konserviert wie die
Stilaufnahme eines Filmstreifens. Die ablesbare emotionale
Intensität führt zur Künstlerin zurück, zu ihren Empfindungen, ihrer
Denkungsart, die sich in den Skulpturen spiegelt."
Marianne Winter, Braunschweig
"Sabine Hoppe geht im Atelier voraus. Nimmt hier eine kleine Figurine
in die Hand oder streichelt dort einer Figur liebevoll über das Haupt.
Man hat das Gefühl, als wolle sie die sprachlosen Seelen in das
Gespräch einbeziehen, ebnet mir, der Besucherin, den Weg zur
Kommunikation. Und es gelingt... Und so übernimmt der Minotaurus in der
Vorstellungskraft von Sabine Hoppe nicht nur eine generell andere, ja
geradezu diametral dem Mythos entgegengesetzte Rolle, sondern wird
durch seine äußere Erscheinung als Lebewesen zwischen Tier und Mensch
zum Sinnbild von Grenzbereichen zwischen Lust und Todessehnsucht,
zwischen prickelnder Erotik und fahlem Alter.
Nun ist da noch Ariadne, und sie kommt nicht vor im Repertoire der
Arbeiten. Weder in der Graphik, noch im plastischen Werk. Und ich habe
mich gefragt, warum diese Schlüsselfigur keinen Platz in der Bild- und
Formensprache von Sabine Hoppe gefunden hat.
Ich glaube, dem Rätsel des Fadens auf die Spur gekommen zu sein:
Sie selbst ist Ariadne, die den Faden ihrer Kunst in der Hand hält und
ihre Rolle zwischen ihren Figuren im Atelier spielt, die Verbindungen
zwischen allen Plastiken, die im Atelier stehen, herstellt, sie wie mit
einem Faden verbindet und im Zentrum sie selbst, nicht wie in einem
unentwirrbaren Labyrinth, sondern wie unter Freunden."
Frau Dr. Anja Hesse, Kunsthistorikerin, Fachbereichsleiterin Kultur